Die polynesische Küche hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, wobei der chinesische Einfluss eine wichtige Rolle spielt. Die ersten Chinesen kamen Mitte des 19. Jahrhunderts nach Französisch-Polynesien, hauptsächlich als Vertragsarbeiter. Viele ließen sich dauerhaft nieder, eröffneten Geschäfte, gründeten Familien und nahmen voll am lokalen Leben teil. Diese menschliche Vermischung ging natürlich mit einer kulinarischen Vermischung einher.
Schon sehr früh wurden die Techniken, Handgriffe und Aromen der chinesischen Küche in die polynesischen Essgewohnheiten integriert. Die Zubereitungsarten, die Verwendung von Nudeln, Saucen und Woks sowie die Organisation der Mahlzeiten haben die Alltagsküche sowohl in den Familien als auch in den Imbisswagen und Restaurants tiefgreifend beeinflusst.
Das Chao Men ist das bekannteste Beispiel dafür. Inspiriert von chinesischen gebratenen Nudeln, hat es sich zu einem eigenständigen Gericht entwickelt, das typisch für Polynesien ist. Es wird mit Gemüse, Fleisch oder Fisch zubereitet, oft in großen Mengen, und ähnelt keinem anderen chinesischen oder asiatischen Gericht auf der Welt. Es ist ein Muss bei Veranstaltungen, Festen und gemeinsamen Mahlzeiten.
Ma'a tinito ist ein weiteres starkes Symbol dieser Vermischung. Dieses Gericht kombiniert Schweinefleisch, rote Bohnen, Kohl, Reis und manchmal Nudeln oder Würstchen zu einer reichhaltigen und nahrhaften Komposition. Es ist bei fast allen großen traditionellen Mahlzeiten zu finden und verkörpert perfekt die Verschmelzung von lokalen Produkten, chinesischen Einflüssen und polynesischen Gewohnheiten.
In jüngerer Zeit kamen weitere Einflüsse hinzu, wie beispielsweise Sushi, das mit Anpassungen an die Region in die lokale Küche integriert wurde: lokale Fischsorten, großzügige Portionen, vereinfachte oder neu interpretierte Rezepte. Auch hier geht es nicht darum, eine fremde Küche originalgetreu zu reproduzieren, sondern sie an den lokalen Geschmack und Kontext anzupassen.
In Moorea wie auch im Rest des Fenua ist diese gemischte Küche mittlerweile Teil der kulinarischen Identität. Sie spiegelt eine Geschichte der Migration, der Anpassung und der Weitergabe wider, in der sich das chinesische Know-how dauerhaft in die polynesische Kultur integriert hat und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.
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