Der ʻori Tahiti ist ein traditioneller Tanz aus Französisch-Polynesien. Der Begriff bedeutet wörtlich „tahitianischer Tanz”. Vor der Ankunft der Europäer nahm der Tanz einen zentralen Platz in der polynesischen Gesellschaft ein : Er begleitete religiöse Zeremonien, Feierlichkeiten, mythologische Erzählungen und das gesellschaftliche Leben.
Im 19. Jahrhundert, mit der Ankunft der Missionare, wurde das Tanzen stark eingeschränkt oder sogar verboten, da es als unvereinbar mit den damaligen moralischen Werten angesehen wurde. Der Ori Tahiti überlebte dennoch in einem diskreteren Rahmen, bevor er im 20. Jahrhundert, insbesondere ab den 1950er Jahren, mit der Aufwertung der polynesischen Kultur eine allmähliche Renaissance erlebte.
Der ʻori Tahiti wird hauptsächlich zu traditionellen Percussion-Instrumenten wie dem To’ere und dem Pahu getanzt. Er basiert auf einer ständigen Beugung der Beine und einer rhythmischen Bewegung des Beckens, begleitet von festgelegten Armbewegungen. Ausdauer, Präzision und Koordination sind dabei unerlässlich.
Es gibt mehrere Hauptformen. Der ʻōteʻa ist ein schneller, rhythmischer Tanz, bei dem die Energie und Kraft der Bewegungen im Vordergrund stehen. Der Aparima ist langsamer und erzählerischer: Die Handgesten illustrieren einen gesungenen Text oder erzählen eine Geschichte. Es gibt noch weitere Formen, die oft mit bestimmten Kontexten oder Einflüssen verbunden sind.
Die traditionellen Kostüme werden aus natürlichen Materialien oder von diesen inspirierten Materialien wie Pflanzenfasern, Muscheln, Federn und Samen hergestellt. Sie sind auf das Thema des Tanzes und die Art der Choreografie abgestimmt.
Heute wird der Ori Tahiti in Französisch-Polynesien weit verbreitet praktiziert und unterrichtet. Er ist bei Shows, Wettbewerben, Kulturfesten und insbesondere beim Heiva i Tahiti präsent. Er ist ein wichtiger Bestandteil des polynesischen Kulturerbes und entwickelt sich weiter, wobei seine traditionellen Grundlagen erhalten bleiben.
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